Berlin: Innenstadtlage nicht zwingend teurer als Wohnen am Stadtrand

Bei den steigenden Mieten denken immer mehr Menschen darüber nach, die vermeintlich teure City-Wohnung durch eine günstigere Wohnung in der Randlage auszutauschen. Doch Vorsicht: Wer hauptsächlich aus finanziellen Gründen umziehen will, sollte die höheren Mobilitätskosten unbedingt mit einberechnen.

Vor wenigen Tagen veröffentlichte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt eine in Auftrag gegebene Studie zu den Wohn- und Mobilitätskosten der privaten Haushalte in der Stadt und im Umland. Das Ergebnis überrascht: Nicht etwa das Wohnen in der Innenstadt ist am kostspieligsten, sondern oftmals das Wohnen in der vermeintlich günstigen Randlage. Werden nämlich die Mobilitätskosten (Besitz und Nutzung des Pkw oder ÖPNV-Fahrkarten) mit den günstigeren Wohnkosten gegengerechnet, sind die Ergebnisse oft ähnliche. So können Wohnungen mit deutlich günstigeren Miet- oder Kaufpreisen am Ende teurer werden als das Wohnen in der City. (weiterlesen …)

Nur noch 40 000 freie Wohnungen – Im Kampf gegen die Wohnungsnot fallen in Berlin fast alle Tabus

In Hamburg, Frankfurt und München gibt es praktisch keine leerstehenden Wohnungen mehr. Auch in Berlin wird das Angebot immer knapper. Der Senat ist daher entschlossen, alle Register zu ziehen.
Der Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg ist äußerst beliebt. Nicht nur, weil man hier in netten kleinen Cafés den Tag genießen kann, sondern auch, weil das Bild geprägt ist von schmucken Häusern. Viele hübsch sanierte Altbauten locken vor allem eine junge Szene und Touristen an.

Investoren machen sich das zu nutze. In der Kopenhagener Straße 72, einem hellgraue verputzen Gebäude mit rotem Klinkerstein, gehen viele Menschen ein und aus. Durch eine Schaufensterscheibe kann man in das Innere schauen. Dort stehen zwei junge blonde Damen, die eifrig telefonieren und Schlüssel an die Hereinkommenden übergeben. Auf einem glänzenden Schild an der Fassade steht: „T&C Apartments. Exklusive Ferienwohnungen. 1 Zimmer ab 60 Euro pro Nacht“. Denn in dem fünfstöckigen Altbau wohnen keine normalen Mieter mehr, sondern Touristen, Messebesucher oder Handwerker, die sich meist nur wenige Tage in Berlin aufhalten. Ein lukratives Geschäft. Bezirksstadtrat Holger Kirchner von den Grünen schätzt, dass man mit einer Ferienwohnung in der Hauptstadt drei- bis viermal so viel einnehmen kann wie mit einer normalen Vermietung. Statt 300 bis 400 Euro kalt für 60 Quadratmeter, spült dieser Kniff monatlich zwischen 900 und 1600 Euro in die Kasse. (weiterlesen …)