Was gehört in die Heizkostenabrechnung?

Alle Jahre wieder sorgt die Heizkostenabrechnung in zahlreichen deutschen Haushalten für erhitzte Gemüter. In diesem Jahr werden Mieter erneut mit einer deutlichen Verteuerung der Heizkosten rechnen müssen. Die Jahresabrechnung 2013 könnte um bis zu 18 Prozent höher ausfallen als im Vorjahr, schätzt der Deutsche Mieterbund. Ein Grund mehr, die Abrechnung besonders gründlich unter die Lupe zu nehmen. Welche Informationen die Heizkostenabrechnung enthalten muss und wie Sie gegen unzulässige Abrechnungen vorgehen, verrät unser Ratgeber.

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Aufgrund der langwierigen Kälteperiode im ersten Quartal 2013 sowie der kletternden Energiepreise dürfte sich die Abrechnung der Heizkosten für dieses Jahr laut Mieterbund deutlich verteuern.

Heizkostenverordnung gibt Spielregeln vor

Wie eine Heizkostenabrechnung aufgebaut sein muss und welche Kostenpunkte auf wen umgelegt werden dürfen, ist in der Heizkostenverordnung gesetzlich verankert. Dieses besagt, dass in Wohngebäuden mit zentraler Heizungs- und Warmwasserversorgung sowie in Gebäuden, die mit Fernwärme versorgt werden, die Kosten auf die Mieter oder Eigentümer des Hauses verteilt werden müssen. Der Abrechnungszeitraum beträgt dabei stets zwölf Monate, muss jedoch nicht zwingend ein Kalenderjahr abdecken.

Verbrauch muss Berechnungsgrundlage bilden

Die Berechnung erfolgt auf Grundlage des Verbrauchs, ganz konkret müssen Vermieter zwischen 50 und 70 Prozent der Kosten anhand des individuellen Verbrauchs der einzelnen Haushalte in der Wohnung berechnen. Deren Kalkulation muss in der Rechnung genau aufgeschlüsselt werden. So sollte diese die Gesamtmenge des im Abrechnungszeitraum gelieferten Brennstoffs (Gas, Öl oder Fernwärme)  und dessen Preis aufführen sowie den Anfangs- und Endbestand zu Beginn beziehungsweise zum Ende der Abrechnungsperiode. Wenn diese Werte mit Null aufgeführt werden oder komplett fehlen, ist die Heizkostenabrechnung nicht rechtsgültig. Werden Sie auch misstrauisch, wenn die Werte über einen langen Zeitraum stets identisch hoch ausfallen. Übersteigt der verbrauchsabhängig umgelegte Teil der Abrechnung die 70-Prozent-Marke, ist die Aufstellung ebenfalls fehlerhaft, sofern hierüber keine Sondervereinbarung zwischen Vermieter und Mieter getroffen wurde.

Zulässige Heiznebenkosten in der Abrechnung

Die übrigen 30 bis 50 Prozent werden in der Regel anhand der Wohnfläche kalkuliert. Dieser verbrauchsunabhängig umgelegte Anteil deckt die sonstigen Kosten ab, die im Zusammenhang mit der Wärmeversorgung stehen. Zu den so genannten Heiznebenkosten gehören:

  • die finanziellen Aufwendungen für die Wartung der Heizung und Heizungsanlage,
  • deren Versorgung mit Betriebsstrom,
  •  Kosten für den Schornsteinfeger,
  •  Gebühren für die Heizkostenverteilung.

Nicht zulässige Posten in der Heizkostenabrechnung sind hingegen beispielsweise:

  • Das Umlageausfallwagnis als Absicherung für den Vermieter
  • Wartungskosten für Hebeanlage oder Feuerlöscher,
  • Kosten für eine Öltankversicherung,
  • Allgemeine Stromkosten (z.B. für Klingel oder Treppenhausbeleuchtung),
  • Kontoführungsgebühren

Mieter haben das Recht, bei Ihrem Vermieter sämtliche Unterlagen einsehen zu können, auf deren Basis die Abrechnung erstellt wurde. Nach Eingang der Rechnung haben Sie vier Wochen Zeit, diesbezüglich bei Ihrem Vermieter nachzufragen. Beherbergt das eigene Wohnhaus ein Geschäft oder eine gastronomische Einrichtung, dürfen Sie ebenso entsprechende Unterlagen für diese Nachbarn verlangen. Die Kosten für die Kopien dieser Dokumente müssen Mieter selbst tragen.

Erweist sich die Heizkostenabrechnung als unvollständig, müssen Nachzahlungen nicht geleistet werden, bis der Vermieter die Abrechnung vervollständigt hat. Bei Fehlern können Sie eine neue Heizkostenabrechnung verlangen.

 

Adresse der Quelle:

www.immobild.de